Nicht nur ein Thema für Ethikkommissionen: Lebewesen Pflanze
Zwei Jahre nach der Volksabstimmung: Mit viel Schwung ins dritte Moratoriumsjahr
Standpunkt: Gentechfreies Parlament?
Für den "Positive Unternehmer-Award 2008" nominiert: BAER-Weichkäserei-gentechfrei
Feldversuche in Zürich und Pully: Freisetzung-Bewilligungen verletzen das Gentechnikgesetz
gentech-news
Martin Ott, Mitbetriebsleiter des Guts Rheinau, ist der Herr der Kühe
Standpunkt:
Gentechfreies Parlament?
Herbert Karch, Geschäftsführer Kleinbauern-Vereinigung
Steht das neue Parlament der gentechfreien Landwirtschaft und Lebensmittelherstellung positiver gegenüber als das alte? Ein erster Blick auf die Gewählten lässt die Frage offen. Unser Ziel, 101 Nationalrätinnen und Nationalräte für eine Motion zu gewinnen, damit das Anbauverbot für Gentech-Pflanzen verlängert wird, erreichen wir nur mit hartnäckiger Überzeugungsarbeit.
Für die Fortsetzung des Gentech-Moratoriums spricht viel. Wichtigstes Argument ist, dass ohne Probleme auf Agro-Gentechnik verzichtet werden kann. Es gab keine Diskriminierungsklage in der WTO, noch entstand ein Versorgungsengpass bei gentechfreier Soja. Die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Bauern hat ohne Gentechnik nicht gelitten. Im Gegenteil: Die Qualitätsstrategie der Schweizer Landwirtschaft findet bei KonsumentInnen immer mehr Rückhalt.
Das Gentech-Moratorium erspart dem Schweizer Lebensmittelsektor zusätzliche Kosten. Auf ein aufwändiges Warentrennungssystem kann weiterhin verzichtet werden. Die Kontrollen verhindern illegalen Import. Ein Blick nach Deutschland oder Frankreich zeigt: Die erste Aussaat von Gentech-Pflanzen zwingen zu bürokratischen Registrierungssystemen. Es kommt zu juristischen Auseinandersetzungen, da und dort zu Gewalttätigkeit. All das bleibt uns dank dem Gentech-Moratorium erspart.
Auch die Forscher sind nicht ausgewandert. Der Ruf unserer Hochschulen hängt nicht an der Agro-Gentechnik. Über das Nationale Forschungsprogramm zu Nutzen und Risiken von Gentech-Pflanzen wurden 12 Millionen Franken zusätzlich bewilligt. Damit diese Projekte,
die erst 2011 abgeschlossen werden, seriös ausgewertet werden können, ist ein verlängertes Anbau-Moratorium besonders notwendig.
Der Ball liegt bei den alten und neuen ParlamentarierInnen, die sich im
Dezember ein erstes Mal versammeln.
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